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Category : Allgemein

Schon seit frühester Jugend, beim Lesen eines Buches, dessen Titel ich längst vergaß, in dem die Schönheit der Stadt Isfahan gepriesen wurde, war es ein Herzenswunsch nach Persien zu reisen.

2008 war es nun soweit!

Beim surfen auf der Webseite von Ate-Travel entdeckte ich eine einwöchige Individual-Reise zu einem vernünftigen Preis. Ein kurzes, sehr freundliches Telefonat mit Herrn Abuhamzeh, dem Besitzer des Reisebüros, überzeugten mich vollständig. Alle politschen und religiösen Vorbehalte die mich in den letzten Jahren von einer Reise abhielten wurden beiseite gelegt und die Tour wurde gebucht. Zwei unserer Freunde, Rita und Heinrich schlossen sich uns an. Sie haben seit einigen Jahren eine Schwiegertochter namens Leyla, die im Iran geboren wurde und mit 5 Jahren nach Deutschland kam.

Eines vorweg: vergeßt alles was ihr über den Iran zu wissen glaubt! Niemand aus der Bevölkerung hält uns für Feinde, die Leute sind sehr freundlich und überaus offen. Man wird überall angesprochen sowohl von Jungs in Jeans und T-Shirt, von Männern in traditioneller oder westlicher Kleidung als auch von Frauen oder Mädchen die mit Burka- und Kopftuch bekleidet sind. Es passierte uns mehrmals, dass wir nach einem Gespräch das maximal eine Minute dauerte zu einem feudalen Essen nach Hause eingeladen wurden. Wenn es unser Tourenplan zuließ nahmen wir diese Einladungen auch gerne an und diese Besuche waren nicht nur kulinarisch wirkliche Erlebnisse. Jeder von unseren Gastgebern hätte dabei ein Angebot zu einer Kostenbeteiligung als Beleidigung angesehen.

Die Reise selbst führte uns in die Städte Teheran, Schiraz und Esfahan. Während der gesamten Tour begleitete uns Mohammed unser Führer. Er studiert seit 3 Jahren Deutsch an der Universität von Esfahan und stammte selbst aus Schiraz. Er gab sich unendlich viel Mühe, zeigte uns eine Menge an Sehenswürdigleiten, erklärte für uns fast unverständliche Zusammenhänge und notierte seinerseits ständig deutsche Sprichwörter. In jeder Stadt erwartete uns ein Fahrer mit einem geräumigen Fahrzeug, während die Langstrecken dazwischen per Flugzeug zurückgelegt wurden.

Teheran ist eine gigantische Stadt mit 7,7 Millionen Einwohnern und wie es scheint 10 Millionen Autos, die sich in für uns unglaublicher Art und Weise in der Stadt bewegen. Zweispurige Straßen werden 4-5 spurig genutzt, Kreuzungen werden überquert ohne Rücksicht auf eine rote oder grüne Ampel, dazwischen passieren Fussgänger die Straßen in einer selbstbewußten sehr lässigen Art und irgendwie rollt der Verkehr.

Wir besuchten in der Hauptstadt das National-Museum, den Golestan Palast sowie den Saad Abads Palast, das Schloss des letzten Schah der Pahlawiden-Dynastie.

Die nächste Station war die Stadt Schiraz, im Süden des Landes gelegen. Obwohl sie mehr als 2 Millionen Einwohner besitzt wirkt sie sehr beschaulich. Es ist die Heimatstadt der berühmtesten Dichter Persiens, Saadi und Hafez. Auf diese beiden gründet sich der Ruf von Schiraz, eine Stadt der Künstler zu sein. Der besondere Flair ist jedenfalls allgegenwärtig. Sehenswert sind besonders der Wakil Baukomplex, bestehend aus Zitadelle, Badehaus und Basar sowie die angrenzende Nasir Al Molk Moschee. Die wunderschön mit Parks angelegten Mausoleen der oben genannten Dichter sind ein absolutes Muss und sollten am späten Nachmittag oder Abend besucht werden. Es sind sehr romantische Plätze die dann von unzähligen Jugendlichen bevölkert werden. Ein junger Mann erzählte mir, dass sich auch Polizei hier herumtreibt, die junge Pärchen kontrollieren. Sind diese nicht mindestens verlobt muss mit Bestrafung gerechnet werden.

Von Schiraz aus wurden zwei Tagesausflüge unternommen. Einer führte uns nach Bischapur, eine Stadt die 224 n.Chr. von römischen Gefangenen erbaut wurde. Der nächste Ausflug ging nach Persepolis, eine achämenidische Palastanlage die vor 2500 Jahren auf Befehl von König Darius errichtet wurde. Zum Mittagessen waren wir wieder eingeladen von Mina, einer schönen, jungen intelligenten Jurastudentin, mit der ich mich zwei Tage vorher in Schiraz auf der Straße unterhielt und die uns dann spontan einlud. Wir wurden im Hause ihrer Eltern empfangen wie gute Freunde und genossen ein phantastisches Essen.

Die letzte Station unserer Reise war Isfahan. Wegen dem legendären Ruf, der dieser Stadt vorauseilt hatten wir diese Reise ursprünglich unternommen und wurden nicht enttäuscht. Geprägt wird die 3 Millionen Stadt von dem in der Stadtmitte befindlichen Emam-Platz sowie dem Zajandehrud-Fluss und seinen Brücken. Der Emam oder auch Naqsche Djahan Platz wird als einer der schönsten Plätze der Welt bezeichnet und dieses kann man bestätigen. Mit einer Länge von 512 und einer Breite von 180 Metern besitzt er die Größe von ca. 10 Fussballfeldern. An seinen Seiten befinden sich 4 der Hauptsehenswürdigkeiten von Isfahan: der Palast Ali Quapu, die Emam Moschee, das Potal des Queisarieh-Basars sowie eines der schönsten islamischen Bauwerke: die Sheikh Lotfollah Moschee. Man sollte sich mindestens einen halben Tag Zeit für diesen Platz nehmen, den Blick vom Ali Quapu Palast auf die Lotfollah Moschee genießen und durch die zahlreichen Kunsthandwerk-Läden bummeln. Die Höhepunkte am Fluss sind die im späten 16. bzw frühen 17. Jh. errichteten Brücken Pol-E-Kandju und Sio-Seh-Pol. Diese beeindruckenden Bauwerke sind bei Tag aber auch spätabends mit schöner Beleuchtung einen Besuch wert. Der Stadtteil Djolfa ist das Viertel der im 17.Jh. eigewanderten Armenier, die bis heute ihre Kultur und die christliche Religion behielten. In der Vank-Kathedrale mit einem anschließenden sehr interessanten Museum kann man sich einen guten Überblick verschaffen. Die beiden Stadtpaläste Hascht-Behescht sowie Tschehel Sotun sollte man auf alle Fälle ebenso besuchen. Die letzten Stunden in dieser fasznierenden Stadt verbrachten wir bei Hammit unserem Fahrer, denn wir waren wieder mal alle zum Essen eingeladen. Wir ließen uns die wiederum vorzüglichen Speisen und Getränke schmecken ehe wir am Abend Richtung Teheran starteten und nach einer kurzen Nacht den Heimflug nach Frankfurt antraten.

 zur Original- Reisebericht & Fotogalerie einfach auf das Bild klicken!   

 


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